Härtefallfonds

Die jeweils beratende Einrichtung prüft die Einkommensverhältnisse der Frau. Zu klären ist, ob sie einen Teil der Kosten selbst tragen kann.

Hierfür gelten folgende Kriterien:

Wer erhält Unterstützung aus dem Härtefallfonds:

Frauen mit keinem oder geringem Einkommen und Frauen in finanziellen Notsituationen wie z.B. Bezieherinnen von Mindestsicherung, Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Invaliditätspension/Berufsunfähigkeitspension, Studentinnen,…
Berücksichtigt wird darüber hinaus: Verschuldung, Ausständige Unterhaltszahlungen, nicht vorhersehbare Ereignisse – wie z.B. Einkommensausfall durch Krankheit.

Richtwert für eine Unterstützung aus dem Härtefallfonds:

Nach Abzug aller Fixkosten (dazu zählen auch Aufwendungen für Kinder, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben) müssen einer Frau monatlich € 700,– (dieser Betrag wird jährlich indexiert) für den Lebensunterhalt bleiben. Der Betrag erhöht sich um € 200,– für jedes im Haushalt lebende Kind.
Alles, was darüber hinaus an Einkommen zur Verfügung steht, muss die Frau als Selbstbehalt beitragen.
Als Beispiel: einer Frau bleiben nach Abzug der Fixkosten € 750,– – daraus ergibt sich, dass die Frau € 50,– als Selbstbehalt zu leisten hat – der Rest der Kosten wird aus dem Härtefallfonds übernommen.
Wenn eine finanzielle Beteiligung durch den Kindsvater möglich ist, wird diese allenfalls mitberücksichtigt.

Häufigkeit der Inanspruchnahme:

Generell sollte die beratende Einrichtung die betroffene Frau über Verhütungsmethoden mit hoher und langfristiger Wirksamkeit informieren bzw. beraten.
Nach dem zweiten Abbruch wird im Rahmen einer abermaligen Beratung die Wahl einer entsprechenden Methode dringend empfohlen. Diese kann gegebenenfalls aus dem Härtefallfonds finanziert werden.
Ein vierter Abbruch kann aus dem Härtefallfonds nicht mehr übernommen werden.

Abrechnungsmodalitäten

Die beratende Einrichtung finanziert den Betrag vor. Nach Einlagen des ausgefüllten Ansuchens (vgl. Anhang) und der Originalrechnung wird der Betrag vom DOWAS für Frauen zurück erstattet. Falls die Vorfinanzierung für die Einrichtung nicht möglich ist, bitten wir um Kontaktaufnahme mit dem DOWAS für Frauen.
Um eine anonyme Abwicklung zu gewährleisten, sollen lediglich die Initialen der Frau, ihr Alter sowie die Anzahl ihrer Kinder angegeben werden.
Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass eine Rückerstattung erst dann möglich ist, wenn das Ansuchen und die Originalrechnung im DOWAS für Frauen eingelangt sind.
Bei offenen Fragen bitten wir um Kontaktaufnahme mit Barbara Krismer oder Katrin Marth vom DOWAS für Frauen unter Tel. +43 512 562477.

Ansuchen-Formular zum Download

Wir fordern:

  1. Fundierte Aufklärung zu den Themen Sexualität, Verhütung und Schwangerschaft an Schulen und Erwachsenen­bildungs­einrichtungen.
  2. Verhütungsmittel auf Krankenschein.
  3. Kostenlose bzw. leistbare und leicht zugängliche Möglichkeiten zum Schwangerschaftsabbruch für alle Frauen, die sich dafür entschieden haben (beispielsweise an öffentlichen Krankenhäusern, Ambulatorien oder bei niedergelassenen ÄrztInnen).
  4. Schwangerschaftsabbruch raus aus dem Strafgesetzbuch.