Finanzielle Hilfen

Seit Oktober 2015 gewährt das Land Tirol, Abteilung Soziales, über einen sogenannten „Härtefallfonds“ (HFF) finanzielle Unterstützung für Schwangerschaftsabbrüche und Verhütungsmittel. Seit Oktober 2018 wird die finanzielle Unterstützung für Verhütungsmittel von der Abteilung Gesundheit bereit gestellt. Dieser „Härtefallfonds“ wurde dem DOWAS für Frauen als Mitglied des Aktionskomitees zur Verwaltung und Umsetzung übergeben.
Die Mittel aus diesem Fonds sind allen Sozialeinrichtungen in Tirol nach Überprüfung der persönlichen und finanziellen Situation der ansuchenden Frau zugänglich.
Damit ist die Finanzierung eines Abbruchs bzw. von Verhütungsmitteln für einkommensschwache Frauen anonym und möglichst unbürokratisch gewährleistet.

Wer erhält Unterstützung aus dem Härtefallfonds:

Frauen mit keinem oder geringem Einkommen und Frauen in finanziellen Notsituationen wie z.B. Bezieherinnen von Mindestsicherung, Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Invali­ditäts­pen­sion/Berufs­un­fähig­keits­pension, Stu­dentinnen,…
Berücksichtigt wird darüber hinaus: Verschuldung, Ausständige Unterhaltszahlungen, nicht vorhersehbare Ereignisse – wie z.B. Einkommensausfall durch Krankheit.

Richtwert für eine Unterstützung aus dem Härtefallfonds:

Nach Abzug aller Fixkosten (dazu zählen auch Aufwendungen für Kinder, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben) müssen einer Frau monatlich € 700,-- für den Lebensunterhalt bleiben. Der Betrag erhöht sich um € 200,-- für jedes im Haushalt lebende Kind.
Alles, was darüber hinaus an Einkommen zur Verfügung steht, muss die Frau als Selbstbehalt beitragen.
Als Beispiel: einer Frau bleiben nach Abzug der Fixkosten € 750,-- – daraus ergibt sich, dass die Frau € 50,-- als Selbstbehalt zu leisten hat – der Rest der Kosten wird aus dem Härtefallfonds übernommen.
Wenn eine finanzielle Beteiligung durch den Kindsvater möglich ist, wird diese allenfalls mitberücksichtigt.

Häufigkeit der Inanspruchnahme bei Schwangerschaftsabbruch:

Generell sollte die beratende Einrichtung die betroffene Frau über Verhütungsmethoden mit hoher und langfristiger Wirksamkeit informieren bzw. beraten und kann hierbei auch auf die Möglichkeit einer Unterstützung aus dem HFF für Verhütung hinweisen.
Nach dem zweiten Abbruch wird im Rahmen einer abermaligen Beratung die Wahl einer entsprechenden Methode dringend empfohlen. Diese kann gegebenenfalls aus dem Härtefallfonds finanziert werden.
Ein vierter Abbruch kann aus dem Härtefallfonds nicht mehr übernommen werden.

Härtefallfonds für Verhütungsmittel:

Hier kann maximal bis zu einem Betrag von € 320,-- unterstützt werden.

Abrechnungsmodalitäten

Die beratende Einrichtung finanziert den Betrag vor. Nach Einlagen des ausgefüllten Ansuchens (vgl. Anhang) und der Originalrechnung wird der Betrag vom DOWAS für Frauen zurück erstattet. Falls die Vorfinanzierung für die Einrichtung nicht möglich ist, bitten wir um Kontaktaufnahme mit dem DOWAS für Frauen.
Um eine anonyme Abwicklung zu gewährleisten, sollen lediglich die Initialen der Frau, ihr Alter sowie die Anzahl ihrer Kinder angegeben werden.
Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass eine Rückerstattung erst dann möglich ist, wenn das Ansuchen und die Originalrechnung im DOWAS für Frauen eingelangt sind.
Bei offenen Fragen bitten wir um Kontaktaufnahme mit Barbara Krismer oder Katrin Marth vom DOWAS für Frauen (Tel: +43-512-562477)

Wir fordern:

  1. Fundierte Aufklärung zu den Themen Sexualität, Verhütung und Schwangerschaft an Schulen und Erwachsenen­bildungs­einrichtungen.
  2. Verhütungsmittel auf Krankenschein.
  3. Kostenlose bzw. leistbare und leicht zugängliche Möglichkeiten zum Schwangerschaftsabbruch für alle Frauen, die sich dafür entschieden haben (beispielsweise an öffentlichen Krankenhäusern, Ambulatorien oder bei niedergelassenen ÄrztInnen).
  4. Schwangerschaftsabbruch raus aus dem Strafgesetzbuch.